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Auf dieser Seite erhalten Sie Antworten zu Fragen, die häufig zum Anerkennungsgesetz gestellt werden.

Wozu brauchen wir das Gesetz? Bearbeiten

Mit dem Anerkennungsgesetz bekommen Fachkräfte, die einen Beruf im Ausland erlernt haben, leichter die Möglichkeit, auch in Deutschland in diesem Beruf zu arbeiten. Migrantinnen und Migranten, die einen Berufsabschluss nach Deutschland mitgebracht haben, können besser in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden. Arbeitgeber können besser erkennen, welche Qualifikationen Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischen Abschlüssen haben.

Was kann anerkannt werden? Bearbeiten

Berufsabschlüsse die im Ausland erworben wurden, können anerkannt werden. Dies sind zum einen Abschlüsse in reglementierten Berufen, für die der Zugang staatlich geregelt ist. Hierzu gehören z.B. Ärztinnen und Ärzte, die Kranken- und Altenpflegeberufe Apotheker und Apothekerinnen, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Handwerksmeisterinnen und -meister. Bei diesen Berufen wird geprüft, ob der ausländische Berufsabschluss mit der inländischen Berufsausbildung gleichwertig ist. Wenn dies nicht der Fall ist, sind Ausgleichsmaßnahmen, d.h. Prüfungen oder Lehrgänge, vorgesehen, sonst darf die Antragstellerin / der Antragsteller den Beruf in Deutschland nicht ausüben. Es gibt aber auch reglementierte Berufe, die in der Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer geregelt sind. Hierzu gehören z.B. Erzieher und Erzieherinnen, Lehrkräfte und die Architekten- und Ingenieursberufe. In den Ländern werden gesetzliche Regelungen vorbereitet, damit auch diese Berufe anerkannt werden können. Fragen und Antworten zum Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen, Abschlüsse in nicht-reglementierten Berufen, also insbesondere in den anerkannten Ausbildungsberufen des dualen Systems, können erstmals auch anerkannt werden. Auch bei diesen Berufen wird geprüft, ob der ausländische Berufsabschluss gleichwertig ist. Falls keine Gleichwertigkeit vorliegt, wird eine Bescheinigung ausgestellt, die die vorhandenen Qualifikationen und auch die im Vergleich mit der deutschen Referenzausbildung festgestellten Lücken dokumentiert. Dies erleichtert potenziellen Arbeitgebern die Bewertung von Bewerbern mit Auslandsqualifikationen. Zudem haben die Betroffenen so die Möglichkeit, an entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen und dann gegebenenfalls einen neuen Antrag auf Anerkennung zu stellen.

Gilt das Gesetz auch für Hochschulabschlüsse? Bearbeiten

Das Gesetz gilt nur für Hochschulabschlüsse, die zu reglementierten Berufen hinführen. Hierzugehören z.B. Ärztinnen und Ärzte, Apotheker und Apothekerinnen sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Für Hochschulabschlüsse, die nicht Voraussetzung für einen reglementierten Beruf sind, gilt das Gesetz nicht. Diese Absolventinnen und Absolventen können sich ihren Hochschulabschluss durch die Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen (ZAB) bewerten lassen und dürfen sich ansonsten direkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben.

Wie werden die in Deutschland geltenden Ausbildungsstandards gewährleistet? Bearbeiten

Eine abgeschlossene Ausbildung im Ausland ist Voraussetzung für den Antrag. Ungelernte haben somit keinen Anspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung. Die im Ausland abgeschlossene Ausbildung muss mit der entsprechenden inländischen vergleichbar sein. Die Anerkennung für einen anderen Beruf ist nicht möglich. Nur wenn trotz vergleichbarer Berufsbilder große Unterschiede bestehen, kann ergänzend geprüft werden, ob die Unterschiede durch nachgewiesene einschlägige Berufserfahrung ausgeglichen werden können.

Wo kann man einen Antrag stellen? Gibt es eine zentrale Anerkennungsstelle? Bearbeiten

Der Antrag wird bei der für die jeweilige Berufsausbildung und den Berufszugang zuständigen Kammer oder Behörden gestellt. Bei den Ausbildungsberufen sind das vor allem die Industrieund Handelskammern und Handwerkskammern vor Ort. Bei den reglementierten Berufen sind dies zumeist die für den jeweiligen Beruf zuständigen Länderbehörden.

Wo erfahre ich, welche Stelle für meine Ausbildung zuständig ist? Bearbeiten

Schon jetzt kann man sich über das Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (www.anabin.de) sowie die Internetseite http://www.berufliche-anerkennung.de über zuständige Stellen informieren. Ab Mitte 2011 werden zudem regionale Anlaufstellen zur Verfügung stehen, die Anerkennungssuchende an die zuständige Anerkennungsstelle und an weiterführende Beratungsangebote vor Ort verweisen. Ergänzend sind weitere Informationsangebote geplant. Dazu gehören eine Telefon-Hotline, eine Internetseite mit Erstinformationen sowie mehrsprachige Informationsmaterialien, die in Regelinstitutionen mit häufigem Kontakt zu Migranten und Migrantinnen ausliegen (z.B. Ausländerbehörden, Migrationsberatungsstellen, Auslandsvertretungen und Arbeitsagenturen). Fragen und Antworten zum Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen

Ist die Staatsangehörigkeit entscheidend? Bearbeiten

Nein, die Staatsangehörigkeit ist nicht mehr entscheidend. Auch Personen, die aus einem Land kommen, das nicht zur EU gehört, haben einen Anspruch auf eine individuelle Prüfung der Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikation. Ausschlaggebend sind künftig wesentlich der Inhalt und die Qualität der Berufsqualifikationen und nicht die Staatsangehörigkeit oder Herkunft.

Wer kann Anträge stellen / Sind Anträge aus dem Ausland möglich? Bearbeiten

Anträge können von allen Personen, die im Ausland erfolgreich eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, gestellt werden. Dies gilt sowohl für Personen, die in Deutschland leben als auch für Personen, die vom Ausland aus eine Erwerbstätigkeit in Deutschland anstreben. Eine Aufenthaltsgenehmigung ist für die Antragstellung nicht erforderlich.

Ist mit der Anerkennung eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland verbunden? Bearbeiten

Die Anerkennung eines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses führt nicht zur Erteilung eines Aufenthaltstitels. In bestimmten Fällen benötigt man allerdings für ein Einreisevisum bzw. einen Aufenthaltstitel die Anerkennung eines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses.

Was kostet die Anerkennung? Bearbeiten

Die zuständigen Stellen können Gebühren verlangen. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach den Regelungen in den jeweiligen Fachgesetzen. Die Gebühren können, soweit dies für die berufliche Eingliederung erforderlich ist und die Anspruchsvoraussetzungen (nach SGB II oder III) vorliegen, durch die Agenturen für Arbeit oder die Träger der Grundsicherung übernommen werden.

Müssen Antragstellende Deutsch können? Bearbeiten

Sprachkenntnisse können verlangt werden, wenn sie zur Ausübung des Berufes notwendig sind. Dies gilt insbesondere für einige der reglementierten Berufe. Kenntnisse der deutschen Sprache können aber auch Teil der erforderlichen Qualifikationen bei den nicht-reglementierten Berufen sein. Dies wird zum Beispiel in den kaufmännischen Ausbildungsberufen der Fall sein.

Welche Unterlagen sind erforderlich? Bearbeiten

Vorgelegt werden müssen Auslandsnachweise und Bescheinigungen über die Berufsqualifikationen. In der Regel sind hier – zumindest wenn die Antragstellenden in Deutschland sind – Originale oder beglaubigte Kopien erforderlich. Die zuständigen Stellen können jedoch abweichend auch einfache Kopien gelten lassen, wenn diese ausreichend sind. In der Regel sollen die Unterlagen ins Deutsche übersetzt werden. Auch hierauf können die zuständigen Stellen verzichten, z.B. wenn Mitarbeiter die entsprechende Sprache ausreichend beherrschen.

Wie lange dauert eine Anerkennung? Bearbeiten

Sobald alle erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden, muss innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung vorliegen. Im ersten Jahr nach der Verkündung des Gesetzes gilt diese Dreimonatsfrist allerdings noch nicht, da mit einer Fülle von Anträgen gerechnet wird.

Was ist, wenn ein Abschluss nicht anerkannt wird? Kann man sich dann entsprechend weiterqualifizieren? Wer bezahlt die Weiterbildung? Bearbeiten

Wenn wesentliche Unterschiede in der Ausbildung festgestellt werden, besteht die Möglichkeit, sich entsprechend weiterzubilden. Einen Rechtsanspruch auf Anpassungsmaßnahmen (Lehrgänge oder Prüfungen) gibt es allerdings nur für die reglementierten Berufe. Die Kosten sind von den Antragstellenden selbst zu tragen. Für die nicht reglementierten Berufe (Ausbildungsberufe) besteht kein Rechtsanspruch. Die bei der Anerkennung festgestellten wesentlichen Unterschiede werden in der Begründung des Anerkennungsbescheides dokumentiert. Die Antragstellenden können dann entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen wahrnehmen, um gegebenenfalls die volle Gleichwertigkeit ihrer beruflichen Qualifikationen zu erreichen. Die Anpassungsqualifizierungen oder Weiterbildungen können unter bestimmten Voraussetzungen durch die Agenturen für Arbeit oder die Träger der Grundsicherung gefördert werden.

Wo finde ich weitere Informationen im Internet?Bearbeiten

Auf folgenden Internetseiten erhalten Sie zusätzliche wichtige Informationen:

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